#immer, wenn ich zur arbeit fahre, komme ich an einer plastik vorbei, bei der ich mich immer frage, was das denn sein soll.
es handelt sich um einen mann mit mütze und im morgenmantel, neben dem zwei möpse sitzen.
aber ich habe mich informiert (ein hoch auf meinen freund google!) und einiges herausgefunden: das kunstwerk stammt von detlef herrmann und stellt fürst putjatin dar (das dachte ich mir schin, denn der platz, auf dem die plastik steht heißt "putjatinplatz") und er trägt tatsächlich nur einen morgenmantel... (er war nämlich ein verfechter der freikörperkultur und lehnte das tragen von Hosen ab^^)

zur weiteren erklärung hier ein auszug aus dem beschreibungstext des künstlers:
"Fürst Nikolai Abramowitsch Putjatin war eine interessante und geistvolle Persönlichkeit. Sympathisch an ihm ist mir unter anderem, daß er sowohl an die Zukunft dachte als auch tatkräftig in der Gegenwart wirkte. Sein Leitspruch war: Das Gute soll getan und nicht bloß besprochen und zersprochen werden. Liebenswert ist er mir auch durch seine Fähigkeit, sich unabhängig seiner Stellung spielerisch seinen Launen hinzugeben. Bemerkenswert ist, daß er trotz oder gerade wegen seiner Absonderlichkeit von den Kindern nicht verlacht, sondern geachtet wurde. Für sie ließ er einen Spielplatz und eine Schule bauen. Mit skurrilen Erfindungen suchte er sich und seiner Familie das Leben zu erleichtern und seine Gäste zu erheitern. Für seine Erbauung und zur Belustigung hatte er in seiner Villa und im Garten zahllose Schaukeln und schaukelnde Sitzgelegenheiten mit zum Teil erheblichen Ausmaßen aufstellen lassen. Das Haus hatte sechzehn Balkone, einen großen Dachgarten und seitlich einen minarettartigen Turm zur Beobachtung von Wind und Wetter, genannt wurde es das Storchennest. Überliefert ist des weiteren die Tierliebe des Fürsten. Er hatte ständig einige Möpse um sich. Diese Hunderasse war damals in adligen Kreisen wegen ihres Temperaments, ihrer Spielfreude und Friedfertigkeit außerordentlich beliebt. Seiner Zeit voraus hatte der Fürst erkannt, daß zeitweises Nacktsein das Wohlbefinden verbessert. Er ging dieser Vorliebe im Hause nach und empfing so auch Besuch, wobei er sich für diesen unsichtbar auf der Galerie bewegte. Viele Geschichten und Anekdoten über ihn sind überliefert. Mehr davon kann man im soziokulturellen Zentrum Putjatinhaus, der ehemaligen Schule, in der Nähe des Putjatinplatzes erfahren. Mit meiner Plastik würdige ich einen Menschen, der über seine Zeit hinaus Gutes getan hat, der ein Menschenfreund und dem Nächsten zugewandt war. Seine Eigentümlichkeiten waren gegen niemand gerichtet, waren keine Imagepflege, sondern ihm notwendig erscheinende Vorkehrungen gegen ihn persönlich treffende oder befürchtete Widrigkeiten. Dargestellt habe ich ihn in einem Überrock und mit der bekannten Kopfbedeckung auf dem Haupt, zwei Möpse neben sich und einladend zur Seite gerückt auf einer seiner großen Schaukeln."